Mi. 2 Feb 19.30 Uhr
»Audiovisualogie«
Technische Universität, Strasse des 17. Juni 150-152, Hörsaal A 053
(Eintritt frei)
Sa. 5 Feb 18 Uhr
»What is Live«
transmediale, HKW, Berlin
(mit Eintritt, rechtzeitig kommen, Raum kann überfüllt sein)
Audiovisualogie: Bild-Ton Relationen in Kunst, Technik, Wissenschaft und Unterhaltung
Seit dem Zeitalter der Aufklärung (Louis-Bertrand Castels „Augenklavier“ und Friedrich Chladnis „Klangfiguren“) wird die Relation zwischen visuellen und akustischen Phänomenen und Apparaten zur einem Paradigma der Hybridisierung von Kunst, Technik, Wissenschaft und Unterhaltung. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts widmeten sich beispielsweise Hermann von Helmholtz (Physiologie des Hörens und Sehens) und Thomas Alva Edison (Phonograph und Kinetograph) als Wissenschaftler bzw. Erfinder verwandten Fragen. In den 1920er Jahren entwickelte sich in Deutschland ein soziotechnisches Netzwerk (Bruno Latour) der Bild-Ton Relationen, in dem sich heterogene Themenfelder überschneiden (absoluter Film, radiophones Klanghörspiel, Tonfilmtechnik, Elektrotechnik, Anthropologie, Synästhesieforschung).
Mit der Digitalisierung des Audiovisuellen findet eine Hybridisierung der Medienformate, künstlerischen Gattungen und techno-kulturellen Kontexte statt. Die These des Vortrags lautet, dass sich diese Entwicklung bereits seit 250 Jahren vorbereitet hat.
Literatur:
SEE THIS SOUND. Audiovisuology. Compendium: An Interdisciplinary
Compendium of Audiovisual Culture, hrsg. von Dieter Daniels and Sandra
Naumann, Köln: Verlag der Buchhandlung Walther König, 2010.
SEE THIS SOUND. Audiovisuology. Essays: Histories and Theories of
Audiovisual Media and Art, hrsg. von Dieter Daniels and Sandra Naumann,
Köln: Verlag der Buchhandlung Walther König, 2011.
__________
„What is Live?“ Von der Aura zum Avatar
Ein historischer Überblick zu ästhetischen Kontroversen und
künstlerischen Nutzungen der Liveness in Massenmedien.
Die Entscheidung des Berliner Rundfunk Intendanten Hans Flesch, im Radio Musik nicht Live, sondern von Schallplatten zu senden, löst 1930 eine breite Kontroverse aus, an der sich zahlreiche prominente Zeitgenossen (u.a. Theodor Adorno) beteiligen. Walter Benjamin widmet sich unter dem Begriff des „Verfalls der Aura“ verwandten Fragen.
Ab den 1950ern wird die „Liveness“ von massenmedialen Informationen als künstlerisches Material für eine Ästhetik der „Indetermancy“ entdeckt. John Cage setzt das Radio als ein „Live“ Musikinstrument in seinen Kompositionen ein.
Heute vermischt sich in medienbasierten Live Performances oder
Online-Angeboten ( z. B. Second Live) die „Liveness“ mit vorproduzierten und in Echtzeit generierten Elementen. Damit erhält die Frage „What is Live?“ eine neue Aktualität."
--
Prof. Dr. Dieter Daniels
Kunstgeschichte und Medientheorie
Hochschule für Grafik und Buchkunst
Wächterstr. 11
D - 04107 Leipzig
Tel. (0)341-2135-122
Fax (0)341-2135-166
E-mail: daniels@hgb-leipzig.de
www.hgb-leipzig.de/person/daniels.htm
1/30/2011
Subscribe to:
Post Comments (Atom)
0 Kommentare:
Post a Comment